Wie heißt es so schön? Liebe deine Stadt! In der Reihe „Ein Tag in Koblenz“ stelle ich die Stadt an Rhein und Mosel, die seit über sieben Jahren meine Heimatstadt ist, in allen vier Jahreszeiten vor. Denn jede Jahreszeit hat ihre schönen Orte und bietet die perfekten Aktivitäten. Nach dem Frühling geht’s heute weiter mit dem Sommer.

Die schönsten Sonnenterrassen

Das Leben in der Stadt bringt so manche Annehmlichkeit mit sich. Leider kann sich nicht jeder ein schönes Grundstück mit großer Terrasse am Stadtrand leisten. Städter machen den fehlenden Garten daher ganz einfach wett, indem sie eine der vielen Restaurants oder Bars mit wundervoller Sonnenterrasse besuchen. Das ist zwar dann nicht die eigene, dafür ist der Service besser. Die Getränke werden bis an den Tisch gebracht. Aufstehen und selbst mixen ist nicht mehr nötig. Die Sommer-Morgensonne genieße ich am liebsten im kleinen Innenhof des Pfefferminzje (Mehlgasse 12) oder vor dem Café Miljöö in der Gemüsegasse.

Für einen Absacker am Abend lohnt es sich, die Innenstadt in Richtung Ehrenbreitstein zu verlassen. In der Cuvee Lounge von Diehls Hotel hat man die beste Abendsonne und genießt seinen Cocktail mit einem prachtvollen Blick auf die beleuchtete Altstadt und das imposante Schloss. Etwas weiter den Rhein entlang, in Gretchens Garten in Urbar, hält die Sonne ebenso lang. Um einen guten Platz in der Nähe des Wassers zu ergattern, sollte man aber rechtzeitig reservieren. Deutlich besser essen und zudem einen fantastischen Blick auf das Weltkulturerbe Mittelrheintal genießen, kann man im Wüstenhof in Weitersburg. Für diesen Ausflug muss man aber auf das Auto zurückgreifen (oder eine wundervolle Tour hoch- und wieder runter wandern).

Meine beiden liebsten Laufstrecken

Diese Artikelserie ist nicht nur für Touristen, sondern auch für Einheimische oder frisch Zugezogene gedacht. Daher dürfen in der Sommer-Edition meine beiden liebsten Laufstrecken nicht fehlen. Die sogenannte Wasserwerksrunde findet man auf dem Oberwerth. Wer nicht in der Nähe wohnt, stellt das Auto direkt am Rhein ab und läuft in die Schillerstraße, dort unter der Eisenbahnbrücke durch und stößt direkt auf den Beginn der Strecke. Die führt erst unter der B327 hindurch, dann an Rot-Weiß-Platz, Stadion Oberwerth und den Tennisplätzen des TC Oberwerth vorbei, wo sie schließlich in den Wald führt und oberhalb der Hundewiese am Rhein wieder zum Ausgangspunkt zurückführt. Die Rundstrecke von circa zwei Kilometern lässt sich beliebig oft verlängern und führt zu meiner regelmäßigen Freude an einem kleinen Brunnen mit Trinkwasser vorbei. Als ich noch in der südlichen Vorstadt gewohnt habe, habe ich die Runde gern mit einem Lauf über den Oberwerth, speziell durch das Musikerviertel, verbunden. Dort stehen die wunderschönsten Häuser. Und wenn die Dunkelheit sich langsam über die Stadt legt, ist es dort herrlich ruhig und trotzdem angenehm zu laufen.

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Die Brückenrunde ist etwa sechs Kilometer lang und führt auf beiden Seiten des Rheins entlang. Gewechselt werden die Seiten jeweils einmal auf der Horcheimer Brücke und einmal auf der Pfaffendorfer Brücke. Einsteigen kann man überall. Die Strecke kann von vielen Stadtteilen angesteuert werden – Südliche Vorstadt, Innenstadt, Altstadt, Oberwerth, Ehrenbreitstein, Pfaffendorf – und hat eine angenehme Länge für einen Feierabendlauf. Ein regelmäßiger Richtungswechsel verhindert, dass die Strecke langweilig wird. Und wenn man seinen Aufbruch richtig timt, kann man in Pfaffendorf in der angenehmen Abendsonne laufen.

Die Füße in den Sand stecken

Was Koblenz zur Traumstadt fehlt, ist der Blick auf einen nie enden wollenden Ozean. Mit seinen beiden Flüssen ist der Wohlfühlfaktor der Rhein-Mosel-Stadt zwar schon ganz schön hoch, aber das Gefühl, welches sich am Meer einstellt, ist einfach unersetzlich. Auf einen Sandstrand hingegen müssen die Koblenzer und ihre Gäste im Sommer nicht verzichten. Der Stattstrand in Metternich, direkt bei der Universität, ist sicher kein Geheimtipp, bei meinen liebsten Sommerorten darf er dennoch nicht fehlen. Denn wer Naherholung sucht und laue Sommerabende genießen will, kann es nicht besser treffen als dort. Wer keine Lust hat, bei einem kalten Getränk faul die Füße in den Sand zu stecken, vertreibt sich die Zeit beim Standup-Paddeln oder Beach Volleyball. Ganz Mutige gehen sogar schwimmen, auch wenn es offiziell nicht erlaubt ist. Wenn die Dunkelheit sich über die Mosel legt und in der Ferne die Hochhäuser verschwinden, könnte man genau so gut an der Küste sein.

Das beste Eis

Zweimal in Koblenz, zwischen Löhrstraße und Löhr-Center sowie mit großem Angebot in der Braugasse 6, ist das allerbeste Eis der Stadt zu bekommen. Die Eisdiele EGeLoSIa hat zwischen März und Oktober/November geöffnet und die endlos lange Schlange an heißen Sommertagen und -abenden verrät, was selbst Neu-Koblenzer ganz schnell lernen: Besseres Eis findet man nirgendwo in der Stadt. Einreihen lohnt sich also.

Die schönsten Sommerspielplätze

Für Eltern vor allem kleiner Kinder scheinen die Sommerferien manchmal gar nicht mehr aufhören zu wollen. An besonders heißen Tagen schafft ein Besuch des Wasserspielplatzes am Deutschen Eck nicht nur Abhilfe gegen Langeweile, sondern zugleich Abkühlung. Nachdem er 2016 einen großen Teil des Sommers ausfällt, wird 2017 hoffentlich wieder alles rund laufen. Da es keine Seite gibt, die verlässlich über Öffnungszeiten informiert, wirft man am besten einen Blick auf die inoffizielle Facebook-Seite. Zurück zum Spielplatz: An mehreren liebevoll gestalteten Stationen, zum Beispiel dem Ausguck, dem Labyrinth und den Springquellen, können Kinder sich spielerisch dem Thema Wasser nähern.

Für größere Kinder gibt es den Kletterspielplatz Werk Bleidenberg auf dem Plateau der Festung Ehrenbreitstein. Der naturnahe, große Klettergarten entstand im Rahmen der Bundesgartenschau im Jahr 2011. Experimentierstationen, Attraktion und Spielinseln laden ältere Kinder und Jugendliche zum Erkunden, Klettern und Springen ein. Ein Highlight ist die circa 50 Meter lange Endloskletterwand mit Baumhäusern, die als Aussichtspunkte dienen. Große Grünflächen laden zum Verweilen ein, auf dem direkt angrenzenden Festungsplateau stehen große Sonnenschirme zur öffentlichen Nutzung bereit.

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Sommer, Zeit der Festivals

Der Sommer ist die Zeit der Festivals und Feiern in der Innenstadt. Zwei besonders schöne Veranstaltungen für Musikfans sind das Weltkulturfestival Horizonte sowie das Altstadtfest. Beim Horizonte-Festival, das 2017 vom 14. bis zum 16. Juli stattfinden wird, verteilen sich drei Bühnen auf der Festung Ehrenbreitstein. Rund 30 Künstler aus aller Welt feiern bis tief in die Nacht mit ihren Gästen im wundervollen Ambiente des UNESCO Welterbes. 2016 fand rund um das Horizonte-Festival erstmals der World Street Food Market statt. Die Musik wurde an allen Tagen ganztägig um bestes Street Food aus ganz Deutschland ergänzt. Eine perfekte Mischung! Ob das 2017 wieder so sein wird, erfahren wir Anfang 2017. Auch beim Altstadtfest kann man bei guter Musik bis tief in die Nacht feiern, 2017 findet es vom  30. Juni bis zum 2. Juli statt. Mehrere Bühnen unterschiedlicher Größe verteilen sich in der ganzen Altstadt. Wer sich nicht ins Festival-Gedränge begeben will, reserviert sich rechtzeitig einen Platz in einem der angrenzen Cafés, Bars oder Restaurants und genießt die Musik beim Essen.

Die ganze Serie

Ein Tag in Koblenz: der Frühling
Ein Tag in Koblenz: der Sommer