2016 war ein aufregendes Jahr für mich. Wer meinen Blog und meine Accounts in den sozialen Netzwerken ein bisschen verfolgt, an dem dürfte das eigentlich nicht vorübergegangen sein. In wenigen Wochen bringe ich ein Buch im Rheinwerk Verlag heraus. Dieses Buch ist das größte Projekt, das ich jemals habe stemmen müssen/dürfen. Das war auf der einen Seite wundervoll, weil ich viel gelernt habe: über Selbstorganisation, über Zusammenarbeit, über Disziplin. Aber dieses Jahr, da will ich ehrlich sein, hat mich auch viel Kraft gekostet. Und wo holt man sich Kraft wieder, wenn man sie braucht? Ich kann das besonders gut am Meer. Also sind wir vor wenigen Wochen für ein Wochenende in Zandvoort in den Niederlanden gewesen.

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Dreieinhalb Stunden Anfahrt sind eigentlich zu lang für einen Kurztrip. An einem normalen Wochenende geht durch so eine lange Anreise schlichtweg zu viel Zeit verloren. Deshalb ist unsere Regel für Kurztrips eigentlich: maximal zweieinhalb Stunden von der Haustür bis zur Unterkunft. Von Rheinland-Pfalz aus gesehen, ist das Meer damit leider außen vor. An einem verlängerten Wochenende kann man natürlich mal ein Auge zudrücken. Schließlich gewinnt man 24 oder sogar 48 Stunden dazu.

Auf Zandvoort fiel die Wahl eigentlich aus vollkommen falschen Gründen. Der Name war mir durch seine große touristische Beliebtheit ein Begriff. Außerdem musste die Buchung schnell gehen, da wir viel zu spät dran waren. Große touristische Beliebtheit? Das heißt doch: viele Menschen, Touristenfallen und noch mehr Menschen. Eventuell, aber es heißt auch: schöne Strände viele Angebote und offene Läden. Wie dem auch sei, wir entschieden uns für Zandvoort. Und so spät im Jahr war das überhaupt kein Problem. Der Strand war nicht überfüllt, sondern lediglich gut besucht. Drachen steigen zu lassen, ohne gleich in jemanden reinzulaufen, war ohne Schwierigkeiten möglich.

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Um nicht in eine Tourifalle zu geraten, muss man auf jeden Fall ein wenig vorsichtig sein. Klar, die Bars, die sich am Boulevard Barnaar, also direkt am Strand, aneinanderreihen, bieten nur Snacks, teilweise nicht einmal selbstgemachte. Zum Abendessen sollte man dort also nicht unbedingt bleiben. Eventuell gibt es die ein oder andere Ausnahme, ein Blick auf die Teller der anderen Gäste lohnt sich daher auf jeden Fall. Wir haben trotzdem versucht, an den Strandbars nur etwas zu trinken und für ein Stück Kuchen am Nachmittag zu halten. Und das macht wirklich viel Spaß. Wenn draußen langsam die Sonne untergeht und es immer kälter wird und im Innern Feuer im offenen Kamin lodern, dann möchte man gar nicht mehr aufstehen, sondern einen Wein nach dem anderen ordern. Wir waren unter anderem im Beachclub The Spot. Was Angebot und Preise betrifft, neben sich die Clubs aber alle nicht viel.

Gut essen kann man, wenn man sich, wie in Touristengebieten üblich, ein wenig vom Strand und vom Zentrum entfernt. In der Haltestraat ist das Angebot an vielversprechenden Restaurants riesig. Wir haben unter anderem im MMX, einem italienischen Restaurant, gegessen. Sehr zu empfehlen.

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Wir haben übrigens nicht in Zandvoort, sondern in einem Hotel in Haarlem geschlafen. (Da wir viel zu spät waren mit der Buchung, mussten wir nehmen, was übrig war. Es war in Ordnung, aber eine Empfehlung kann ich beim besten Willen nicht aussprechen.) Hätten wir mehr Zeit gehabt (und besseres Wetter), hätten wir auch noch vom fantastisch ausgebauten Radwegenetz zwischen Haarlem und Zandvoort Gebrauch gemacht. Nach einem urbanen Teil fährt man zu einem großen Teil durch ein Naturschutzgebiet und kurz vor Zandvoort direkt an den Dünen vorbei. Dabei ist man gerade einmal 35 Minuten und fast nur auf flachem Gebiet unterwegs. Ein Traum! Und sehr geeignet auch für keine regelmäßigen und trainierten Radfahrer. Und Haarlem selbst ist wirklich eine Reise wert.