Die Perspektive ist eines der Grund-Gestaltungsmittel der Fotografie. Sie lässt Objekte groß oder klein, wichtig oder unwichtig, natürlich oder verzerrt erscheinen. Die Perspektive ist es auch, die Olympus 2016 zum Thema seines Playgrounds gemacht hat. Für wenige Wochen präsentierte das Unternehmen im Carlswerk in Köln interaktive Kunstwerke, die Besucher, ausgerüstet mit Leihkameras, ergründen konnten. Jetzt ist der Olympus Perspectice Playground zu Ende gegangen.

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Eine feine Marketingaktion ist es, die Olympus da für wenige Wochen auf die Beine stellt. Rund um die Fotografiemesse Photokina und auch noch Wochen später sind die System- und Kompaktkameras des japanischen Herstellers in aller Munde. Die angemietete Halle ist übervoll, nicht nur am letzten Sonntag, an dem wir da sind. Doch nicht nur das: Auch das Internet ist voll. Bei Instagram und Facebook landen immer wieder Fotos des Playgrounds in meiner Timeline. Wen wundert’s? Alle Kameras sind mit Wifi ausgestattet. Und an jeder Ecke animiert Olympus seine Gäste dazu, ihre Fotos direkt zu posten. Und dabei bitte den offiziellen Hashtag nicht vergessen.

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Die Kunstwerke des Playgrounds sind auch 2016 mit viel Kreativität zusammengestellt. Es gibt ein Fotostudio für Light Painting, ein großes begehbares Netz, Miniaturwelten und eine raumhohe optische Installation. Zu sehen bekommt man leider nicht viel davon, zumindest, wenn man sich am Wochenende auf den Weg macht. Die Schlangen an den Installationen sind endlos, weil die Anzahl der Personen, die die einzelnen Kunstwerke betreten können, begrenzt ist. Offene Kunstwerke, die von vielen Menschen gleichzeitig bestaunt und fotografiert werden können, gibt es kaum noch. Das war 2014 noch anders. So geht man in diesem Jahr von Schlange zu Schlange und hat am Ende des Tages fast nur angestanden und kaum etwas erlebt. Schade. Ob man Olympus das ankreiden kann? Teilweise. 2014 hatten sich begehbare und öffentliche Kunstwerke noch besser gemischt. Außerdem stand auf dem vorherigen Gelände grundsätzlich mehr Platz zur Verfügung. Auch in Sachen Organisation gäbe es wohl Verbesserungsbedarf.

Sollte es 2018 zum nächsten Playground kommen, versuche ich, nicht wieder am Wochenende zu fahren. Unter der Woche sowie ganz früh am Morgen oder spät am Abend ist das Problem sicherlich deutlich kleiner. Denn sonst ist es leider ein vergeudeter Tag.