Durch Spielen erkunden Kinder – ob Mensch, ob Tier – die Welt, in der sie leben. Kürzlich las ich in einem Interview die Aussage, dass Kinder, denen viel Raum und Zeit zum altersgerechten Spielen ermöglicht wird, zu selbstbewussteren und selbstständigeren Erwachsenen werden als solche, bei denen der Schwerpunkt auf Frühförderung gelegt wird. Eine spannende, aber sicherlich keine unumstrittene These. Sehr wohl aber unbestritten ist, dass das Spiel eine der Grundlage einer guten Entwicklung ist. Kinder entwickeln beim Spielen motorische sowie soziale Fähigkeiten und finden ihren persönlichen Platz in der Welt.
Viele Erwachsener gewöhnen sich das Spielen mit der Zeit wieder ab. Der Lauf der Zeit, könnte man meinen. Statt sich mit Freunden im Wald oder im Schwimmbad zu treffen, geht es als Teenager plötzlich in die Disco, mit Anfang 20 in die Bar und mit Ende 20 ins Restaurant. Das gemeinsame Spielen verliert immer mehr an Wert, an seine Stelle rücken Gespräche. Das ist einerseits gut, weil Austausch Bildung fördert und ebenfalls ein soziales Miteinander bedeutet. Aber es ist auch schade, denn das Spiel sorgt für Ausgelassenheit und baut Stress ab. Es dient bei Erwachsenen dem Vergnügen und der Entspannung. Und Hand aufs Herz: Ein bisschen Entspannung täte doch fast jedem von uns gut.

Ich habe in diesem Sommer gleich mehrfach das Spielen für mich wiederentdeckt. Es ist ein wunderbares Gefühl, die Zeit zu vergessen, weil man sich voll auf auf ein Spiel oder einen Sport konzentriert. Etwas, das man lange nicht gemacht hat. Also ein Aufruf an euch: Geht raus, spielt, seid mal wider kindisch. Und hier kommt noch meine ultimative Liste.

1. Tischtennis ist ein toller Sport, der in meinem Leben irgendwo zwischen Jugend und Eintritt ins Arbeitsleben abhanden gekommen ist. Wieso eigentlich? Platten gibt es auf vielen Spielplätzen – und auch mit einem günstigen Equipment kann man Spaß haben. Im Bold Hotel in der Münchener City steht für Gäste eine Platte zur Verfügung. Und plötzlich hatte ich überhaupt keine Lust mehr, die Stadt zu erkunden.

2. Wann seid ihr das letzte Mal auf einer Sommerrodelbahn gewesen? Vor diesem Sommer hätte ich die Frage mit einem Schulterzucken beantwortet. Während unseres Österreich-Urlaubs sind wir mit dem Auto spontan vom eigentlichen Weg abgefahren, weil wir neben der Straße eine Rodelbahn entdeckt haben. Und obwohl ich so langsam gefahren bin, dass ich Angst hatte, dass sich jeden Moment Kinder hinter mir ansammeln, hatte ich den Spaß meines Lebens. Bitte mehr davon! Wenn die Saison beginnt, findet man mich auf jeden Fall mal auf der Sommerrodelbahn auf der Loreley.

3. Am Meer spazieren zu gehen, ist einfach wundervoll. Noch ein bisschen schöner ist es, wenn man den Lenkdrachen auspackt und sich in den Wind schmeißt. Und dafür braucht man nicht einmal ein Alibi-Kind.

4. Bin ich der Einzige, dem es bei jeder Hüpfburg in den Fingern juckt, ein oder zwei Kinder beiseite zu schieben und selbst drauf zu springen? Nur ein Scherz! Ich bin, wenn es etwas Spannendes zu sehen gibt, der Erste, der einem kleinen Kind Platz macht. Gegen ein eigenes Trampolin im Garten ist aber nichts zu sagen. Oder man macht sich gleich auf in eine Trampolinhalle, wie AirHop, zum Beispiel in Düsseldorf oder Essen. Ich war selbst noch nicht dort. Aber seit der Recherche für diesen Artikel steht es ganz weit oben auf meiner Bucket list.

5. Auf die nächste Schneeballschlacht freue ich mich jetzt schon wie ein kleines Kind. Und auch wenn es Schnee in Koblenz eher Mangelware ist, muss man zum Glück gar nicht so weit rausfahren, um die weiße Pracht zu finden. Also behaltet eure Facebook-Timeline im Auge, und sobald ihr das erste Schneefoto erblickt, packt ihr eure Winterjacke und setzt euch ins Auto. Dick eingepackt und mit den richtigen Handschuhen, ist eine Schneeballschlacht ein irgendwie in Vergessenheit geratenes, riesengroßes Vergnügen. Und im Gegensatz zur letzten Schneeballschlacht in der Kindheit, darf man sich danach mit einem heißen Glühwein wieder aufwärmen. Erwachsen zu sein, ist super.