Ich schätze Apps und Geräte, die mir im Alltag dabei helfen, meine Gesundheit im Blick zu behalten. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie hilfreich sie sein können, wenn es darum geht, gesund Gewicht zu verlieren bzw. den inneren Schweinehund zu besiegen. Seit einem der vergangenen Systemupdates zählt mein Smartphone jeden Tag fleißig meine Schritte. Leider sind die erhobenen Daten meist unzuverlässig. Es war also wohl nur eine Frage der Zeit, bis der Wunsch, mir einen Fitness Tracker zuzulegen, nicht mehr länger zu ignorieren ist.

Ich sage ganz bewusst Fitness Tracker und nicht Schrittzähler: Da ich wöchentlich viele Kalorien beim Sport verbrenne (derzeit unter anderem zwei Stunden Indoor Cycling und eine Stunde Yoga oder Pilates unter der Woche), bin ich auf der Suche nach einem Immer-dabei-Gerät, das zum einen dazu taugt, Schritte und verbrauchte Kalorien im Alltag zu zählen, und zum anderen als Pulsuhr fungiert.

Was also muss der Fitness Tracker, den ich suche, können?
Schritte zählen, klar, auch ein Höhenmesser sollte integriert sein, da ich, wann immer möglich, die Treppe dem Aufzug vorziehe – wertvolle Bewegungspunkte, die am Abend in meiner Tagesbilanz nicht fehlen sollen. Für diese beiden Funktionen muss ich zum Glück noch nicht sehr tief in die Tasche greifen. Eine GPS-Funktion würde zudem gewährleisten, dass die Strecken, die ich täglich mit dem Rad zurücklege, angemessen berücksichtigt werden, und gleichzeitig die App Runtastic überflüssig machen. Dem Ziel: Alle Infos in einer App abrufen zu können, wäre ich damit auch einen Schritt näher. Ein Herzfrequenzmesser, der den Kalorienverbrauch anhand des Pulsschlages misst, wiederum würde meinem Wunsch entsprechen, nicht zusätzlich ein zweites Gerät für den Sport zu benötigen.

Wandern

Also beides? Da ich aus mehreren Gründen die Pulsmessung am Handgelenk der mithilfe eines Brustgürtels vorziehe, wird die Auswahl an möglichen Geräten immer kleiner. Immer wieder komme ich zurück zur Surge von Fitbit, die mit 250 Euro (UVP, im Handel selbst liegt sie derzeit fast überall bei 220 Euro) leider nicht gerade besonders günstig ist. Aber ihr Kauf würde mich tatsächlich davor bewahren, zusätzlich eine Pulsuhr für Indoor Cycling und Laufen kaufen zu müssen – und die liegen preislich nicht (weit) unter der Surge.

Was die Surge alles kann, klingt überzeugend.
Seit einem Update im April bietet der Fitness Tracker zum Beispiel die Funktion Multisport an, ist also nicht mehr nur auf Laufen, sondern auch auf Radfahren, Wandern, Cardio und Workouts spezialisiert. Sogar eine Yoga-Funktion gibt es. Dafür gibt es ein großes Plus. Und noch ein nettes Feature bietet die Surge, eines, nachdem ich eigentlich gar nicht gesucht hatte: trägt man sie auch im Schlaf, überwacht sie diesen auch und weckt am Morgen mit einer sanften Vibration. Zudem sieht die Surge ganz schick aus, was bei einem Gerät, das man voraussichtlich jeden Tag trägt, nicht unwichtig ist.

Perfekt ist sie leider auch nicht, die Surge.
Leider lassen sich auch für die Minus-Seite ein paar Punkte finden: Die Surge ist zwar spritzwassergeschützt, beim Schwimmen darf man sie aber nicht tragen – was sie für eine Pulsuhr fast schon unattraktiv macht. Der Hersteller Fitbit empfiehlt sogar, sie vor dem Duschen abzunehmen. Technik-Blogs berichten außerdem, dass die Pulsmessung nicht an die Pulsmessung mit Brustgürtel heranreicht. Für Hochleistungssportler sicher ein Knock-out-Kriterium, für mich aber verkraftbar, da lediglich davon die Rede ist, dass sie bei vereinzelten Messungen bis zu fünf Punkte abweicht.

Und Alternativen zur Surge? Bei meinen Recherchen kam leider nie ein anderer Fitness Tracker in die engere Auswahl. Die „kleine Schwester“ der Surge, die Fitbit Charge HR, hatte ich noch kurzzeitig auf dem Schirm. Sie fiel aber schnell wieder raus, weil die Surge mit Multisport und GPS einfach die Nase vorn hat. Die Fitness Tracker der Up-Reihe von Jawbone bieten keine Möglichkeiten, die Daten abzurufen, ohne die App zu starten, außerdem fehlt ihnen sowohl GPS als auch Pulsmessung. Großer Pluspunkt der Up2 und Up3: Dank Smart Alarm wecken sie dich zu einem geeigneten Zeitpunkt, maximal 30 Minuten vor deinem Wecker. Die Surge kann das leider nicht. Die A360 von Polar macht dank Vollfarb-TFT-Display optisch richtig was her und ist außerdem wasserdicht. Aber GPS? Fehlanzeige!

Dieser Artikel ist selbstverständlich nicht gesponsert, sondern subjektiv, also orientiert an meinen eigenen Bedürfnissen, und nach eigener Recherche entstanden. Er beruht außerdem nicht auf Erfahrungen – ich konnte bisher keines der Geräte selbst testen –, sondern lediglich auf den Informationen der Hersteller sowie Berichten und Tests anderer Blogs.

Kleines Update: Der Text ist bereits ein paar Tage alt. Ich habe mir mittlerweile die Fitbit Surge gekauft. Ein Bericht folgt.