Ich bin glücklich mit der Surge von Fitbit, das steht außer Frage. Ich habe keinen Tag bereut, sie gekauft zu haben. Nur was ihre Alltagstauglichkeit betrifft, habe ich mich verschätzt. Aber der Reihe nach: Vor Kurzem habe ich darüber gebloggt, dass ich auf der Suche nach einem Fitness-Tracker bin. Mein Hauptanspruch: ein Immer-dabei-Gerät, das sowohl meine täglichen Schritte zählt als auch meinen Puls beim Sport überwacht. Das zu finden, war gar keine so einfache Aufgabe. Mit der Surge bin ich nach mehrtägiger Recherche fündig geworden. Nach mehr als vier Wochen im Dauerbetrieb ziehe ich jetzt ein Fazit.

Die Äußerlichkeiten
Die Surge (meine ist schwarz) ist hübsch anzusehen und dank der guten Verarbeitung angenehm zu tragen. Aber sie ist nicht gerade klein und dementsprechend auffällig. Ihre Trapezform macht sie noch mehr zum Hingucker. Wer sich gern schick kleidet, wird sich schwer tun, sie dauerhaft zu tragen. Denn sie bleibt trotz ihrer Schlichtheit durch ihre Größe und das Material sportlich. Eigentlich nicht verwerflich, ist sie doch ein Fitnessarmband. Da ich Uhren aber gern als Accessoire trage, wanderte die Surge bei mir nach anderthalb Wochen Leistungstest tagsüber regelmäßig an die Gürtelschlaufe an der Hose. Der genaue Kalorienverbrauch kann dann natürlich nicht mehr gemessen werden, bei der Schrittzählung hingegen habe ich keinen Unterschied bemerkt.

Die Handhabung
Um Hautirritationen zu vermeiden, muss die Surge für mindestens eine Stunde am Tag abgenommen werden. Kein Problem – selbst dann, wenn man nachts seinen Schlaf tracken lässt. Ich nutze meistens die Zeit, in der ich koche. Zum einen würde ich sie in der Nähe von Töpfen und Pfannen zum Schutz ohnehin abnehmen, zum anderen reicht bei dieser minimalen Bewegung der Schrittzähler aus, um die verbrauchten Kalorien auszurechnen.

Surge

Die Funktionen
Die Surge kommt für meinen Geschmack mit den perfekten Funktionen daher. Sie trackt Spaziergänge, Wanderungen (automatisch mit GPS), Läufe, Radtouren, Yoga, Krafttraining und sogar Indoor Cycling (Spinning) verlässlich. Damit deckt sie genau die Sportarten ab, die ich regelmäßig betreibe. Alle anderen Sportarten lassen sich außerdem über die Workout-Funktion tracken, da der Kalorienverbrauch anhand der Herzfrequenz berechnet wird.

Dashboard-Fitbit

Das Dashboard der Fitbit: links im Web, rechts in der App

Das Dashboard
Besonders hübsch ist das Dashboard von Fitbit gelungen – sowohl im Web als auch in der App (für Android). Anhand lustiger, bunter Kurven erfahre ich, wie viele Schritte ich gegangen bin, wie viele Stunden ich geschlafen habe, wie viele Kalorien ich beim Spaziergang verbrannt habe und und und. Als kleines Extra für Fans von Gamification kann ich mir für Rekorde Abzeichen verdienen.

Was ist gut?
Die Herzfrequenzmessung über das Handgelenk ist wundervoll, da ich kein Fan von Brustgurten bin. Die Genauigkeit der Messung wurde bereits ausführlich hier (anhand des Fitbit Charge HR) und hier getestet. Bei stark schweißtreibenden Sportarten, in meinem Fall beim Spinning, hat die Surge in zwei Fällen plötzlich nicht mehr den Puls messen können. Das ließ sich aber umgehend korrigieren, indem ich kurz über Handgelenk und Sensoren gewischt habe.

Was ist schlecht?
Der Akku-Laufzeiten, die vom Hersteller Fitbit angegeben werden, sind (Überraschung!) sehr großzügig gemessen. Fünf Tage werden bei ständiger Herzfrequenz-Messung versprochen. Dreieinhalb bis vier waren es bei mir im Durchschnitt. Das ist bei der Leistung natürlich nachvollziehbar, aber in Hinblick auf einen Schrittzähler eher unpraktisch.

Die Lösung
Mit meinem Wunsch nach einem Immer-im-Einsatz-Gerät war ich wohl arg optimistisch. In nicht allzu ferner Zukunft werde ich die Surge vor allem für Sport (Spinning, Laufen, Wandern, Yoga, etc.) nutzen und mir zusätzlich einen reinen Schrittzähler von Fitbit holen, der unauffällig neben der Uhr oder an der Gürtelschlaufe verschwindet. Praktischerweise kann ich in der App zwei Geräte anmelden, sodass beide ausgelesen werden. Mein Fazit: Die Surge ist toll, macht Spaß und hat mich zu vielen Extra-Spaziergängen animiert. Es ist schon spannend, wie sehr es motiviert, wenn man seine Schritte im Blick behält und feststellt, dass die 10 000 gar nicht mehr allzu fern sind.