Am 3. Oktober 2015 wurden über die Geierlay, die neue Brücke, die zwischen Mörsdorf und Sosbach im Hunsrück eine große Kluft überwindet und seit ihrer Fertigstellung Deutschlands längste Hängeseilbrücke ist, die Menschen regelrecht geschleust. Zu groß war das Interesse am Eröffnungswochenende. Ein schickes Instagram-Foto à la „Schaut her, ich bin allein auf einer einsamen Brücke mitten in wunderschöner Natur“ war  selbstverständlich Fehlanzeige. Das hielt mich aber nicht davon ab, sie mir mal anzuschauen, als einer der ersten Hundert einen Fuß drauf zu setzen.

Die Geierlay im Hunsrück

380 Meter ist die Brücke lang und schwebt rund 100 Meter über dem Grund. Dank der Konstruktion mit Windabspannseilen wackelt sie kaum, selbst wenn viele Menschen drüber gehen. Wer also grundsätzlich schwindelfrei ist, der kann sich drauf wagen. Kinder, schmale Kinderwagen und Hunde mit Leine sind willkommen, Radfahrer auch – wenn sie absteigen und ihr Rad schieben. Insgesamt trägt die Brücke 50 Tonnen, das entspricht etwa 600 Personen, wenn man von einem Durchschnittsgewicht von 80 Kilogramm ausgeht. Laut einer Machbarkeitsstudie, die im Rahmen der Planung durchgeführt worden ist, werden zukünftig bis zu 170 000 Gäste jährlich die Hängeseilbrücke passieren. Das soll bis zu 50 000 zusätzliche Übernachtungsgäste in die Region bringen.

Die Geierlay im Hunsrück

Schick ist sie geworden, imposant, und der Ausblick ist wirklich beeindruckend. Am Samstag konnte man ihn leider nicht genießen, schließlich drängten von hinten Hunderte, die ebenfalls kurz ein Foto auf der Brücke aufnehmen wollten. Wenn sich der erste Trubel  in ein paar Wochen gelegt hat und man ohne schlechtes Gewissen in der Mitte an- und innehalten kann, um den Blick in den Hunsrück zu genießen, dann komme ich auf jeden Fall wieder.

 

Update vom 1. November 2015: Und so sieht das Ganze dann im wundervollen Herbstlicht aus.

Update vom 4. August 2017: Längste Hängeseilbrücke Deutschlands? Denkste! Diesen Titel hat sich in diesem Jahr der Titan RT an der Rappbode-Talsperre klargemacht.

Die Geierlay im Herbstlicht

Wer nicht schwindelfrei ist und deshalb lieber am Boden bleiben möchte, dem bietet unsere Region unzählige andere wundervolle Wanderwege, zum Beispiel die Ruppertsklamm bei Lahnstein.