Unter den Deutschen steigt die Lust auf das Reisen im eigenen Land weiter an. Nahziele zu buchen, ist oft eine Frage des Geldes. Aber vor allem wer viel arbeitet, tankt gern in Kurzurlauben etwas Kraft. Die kurze Anfahrt ermöglicht, tatsächlich viel Zeit im Urlaub zu verbringen, statt mehrere Stunden im Auto zu sitzen. Und obwohl Bayern das Bundesland ist, das die meisten Übernachtungen von Inlandstouristen verzeichnet, hat auch Rheinland-Pfalz wunderschöne Flecken zu bieten: zum Beispiel die Pfalz. In und rund um den Wein- und Luftkurort St. Martin habe ich die Osterfeiertage verbracht – und fünf Tipps mitgebracht, was man dort im Frühling alles unternehmen sollte.
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1. Durch die Weinberge wandern

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Das Wandern dürfte Grund Nummer 2 sein, um überhaupt in die Pfalz zu fahren. Bei Sonnenaufgang über die Wanderwege zu schlendern, die quer durch die hektargroßen Weingebiete führen, ist der Inbegriff von Gemütlichkeit und Entschleunigung. Wer nur wenige Tage in der Pfalz bleibt, kann sein Auto in dieser Zeit getrost auf dem Hotelparkplatz stehen lassen, ist dort doch Weinort mit Weinort verbunden. Auch wenn es zu dieser Zeit an den Reben noch nicht viel zu sehen gibt, sind die Blicke über die Weinberge beeindruckend – vor allem, wenn sich die Sonne langsam hinter die Hügel schiebt.

2. Den rosafarbenen Frühling begrüßen

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Noch bevor der Frühling mit all seinen Farben Einzug in der Pfalz erhält, stehen die Mandelbäume dort für wenige Wochen in voller Blüte. Ein wundervoller Anblick, der in Edenkoben und an anderen Orten mit sogenannten Mandelblütenfesten gefeiert wird. Dass der Pfälzer Frühling rosa ist, ist ein ebenso guter Grund, um leckere Weine zu trinken, wie jeder andere. Daher präsentieren sich bei den Mandelblütenfesten diverse lokale Winzer mit einem kleinen Stand und schenken so lange aus, bis sie ausverkauft sind. Gute Weine zu guten Preisen bei gutem Wetter und unter freiem Himmel – das klingt nach einer Veranstaltung genau nach meinem Geschmack.

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3. Mit dem Sessellift hoch zur Rietburg

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Die Villa Ludwigshöhe ist ein Schloss, das zwischen 1846 und 1852 im Auftrag von Ludwig I., König von Bayern, errichtet worden ist und am Rande von Edenkoben liegt. Wer die wenigen Höhenmeter bis dorthin erwandert hat, darf getrost die Faulpelzkarte ziehen und sich von dort vom Sessellift hoch zur Rietburg fahren lassen. Die belohnt Besucher bei gutem Wetter mit einem tollen Ausblick auf die Pfalz und weit über die Rheinebene. Nahe der Villa Ludwigshöhe kann auch mit dem Auto geparkt werden.

4. Weine verkosten – und mitnehmen

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Wer in die Pfalz fährt, fährt nicht selten mit deutlich schwererem Auto wieder zurück in die Heimat. Dass ich bei all den Weinkisten, die wir mitgebracht haben, noch ins Auto gepasst habe, grenzt an ein kleines Wunder. Aber wer Wein kauft, will ihn vorher probieren. Und das geht bei vielen Weingütern an kleinen Pavillons direkt auf dem Weingut. Bei der Verkostung der einzelnen Weine wird an den Ständen übrigens nicht gegeizt – und auch selten ausgespuckt. Also sucht eure Weine nicht am letzten Tag aus, sondern früher. Und holt sie dann kurz vor Urlaubsende ab. Meine Empfehlung: auf keinen Fall das Weingut Anselmann in Edesheim auslassen.

5. Die deutsche Demokratie verstehen

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Wer das politische Geschehen in Deutschland verfolgt, kann gerade sehr deutlich sehen, wie wichtig es ist, sich immer wieder intensiv mit dem Thema der deutschen Demokratie zu befassen. Zum Beispiel damit, wie lange es gedauert hat, den Weg für eben diese zu ebnen und wie viele Menschen für sie gekämpft haben. Das Hambacher Schloss gilt als die Wiege der deutschen Demokratie. In der Dauerausstellung „Hinauf, hinauf zum Schloss!“ werden die geschichtliche Entwicklung der deutschen Demokratie und die Rolle des Hambacher Festes in dieser Entwicklung präsentiert. Eine Ausstellung, die ich gern jedem ans Herz lege.

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