Großspurig hatte ich im Juli angekündigt, ich würde jetzt mein Lauf-Trauma überwinden und zur Top-Läuferin werden. Mit Technik-Training hatte ich begonnen, das auch tatsächlich Erfolge gezeigt hat. Danach verlief das Ganze (zumindest virtuell) im Sande, denn weiter trainiert habe ich schon, aber a) nicht so intensiv, wie ich es geplant hatte und b) hatte ich euch hier im Blog nicht auf dem Laufenden gehalten. Das hole ich (Achtung! Großspurigkeit coming through!) ab jetzt nach – heute mit fünf einfachen Tricks, die mir beim Lauf-Training helfen.

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1. Hol dir Mitwisser: In einem Laufblog las ich, dass „soziale Kontrolle“ nicht zu unterschätzen sei, um seinen Trainingsplan einzuhalten. Wer auf der Arbeit erzählt, dass er am Abend laufen geht, kann damit rechnen, am nächsten Tag drauf angesprochen zu werden. Das motiviert im Feierabend, tatsächlich die Laufschuhe zu schnüren. Andere Menschen posten ihre besten Läufe bei Facebook, für mich auch eine Art, sich selbst anzutreiben. Schließlich will man nicht immer die gleiche Zeit bzw. dieselbe kurze Strecke posten müssen.

2. Das richtige Tempo: Bei aller Motivation darf man es aber nicht übertreiben. Viele Anfänger laufen zu schnell, das war auch eine Weile mein Problem. Seit ich mich damit abgefunden habe, dass ich vorerst wohl keine Rekorde einlaufen werde, besinne ich mich mehr darauf, die für mich richtige Geschwindigkeit zu finden.

3. Ein Lächeln hilft: Durch den rein mechanischen Vorgang des Lächelns, machen wir unserem Körper vor, dass wir glücklich sind, und dieser reagiert darauf mit Stressabbau. Das zumindest erzählte ein Sportwissenschaftler vor wenigen Tagen in einem Radiointerview. Wer beim Laufen lächelt, halte währenddessen also länger seine Motivation aufrecht. Bewiesen ist das, so weit meine Recherche, noch nicht, aber ein guter Versuch allemal.

4. Steck dir Ziele: Ziele helfen dabei, an sich zu arbeiten. Dabei kann jeder selbst entscheiden, ob er eher klein („Meine Pace verbessern“) oder eher groß denkt („Ende des Jahres Halbmarathon laufen“). Ich persönlich setze mir lieber Ziele, bei denen es realistisch ist, dass ich sie in absehbarer Zeit erreiche, weil ich schnell ungeduldig werde. So stecke ich mir häufiger Ziele, dafür kleinere.

5. Belohne dich für einem jeden Lauf: Das Belohnungssystem hat zwei Vorteile. Wenn ich mir vor dem Lauf vornehme, mir danach einen großen Obstsalat zu gönnen, mein Buch weiterzulesen, auf der Couch zu versacken oder ganz lange und heiß duschen zu gehen, steigert das kurzfristig die Bereitschaft, laufen zu gehen und hebt zudem die Stimmung, was wiederum gut für das Laufergebnis ist. Wenn ich mich regelmäßig auf dieselbe Art belohne, verknüpft mein Gehirn außerdem das Laufen mit dem guten Gefühl und steigert so langfristig die Motivation. Das passiert übrigens auch ohne Belohnung bei vielen Menschen, da das Laufen an sich, die Anstrengung und das Gefühl, etwas geleistet zu haben, uns schon Glücksgefühle bescheren.