Foodblogger haben es nicht einfach, ich sag’s euch. Die Kamera, die noch im Büro liegt, das Gericht, das unfassbar gut schmeckt, aber nicht fotogen ist, die Verkäuferin, die bei der Frage nach Wurzelpetersilie hilflos die Schultern zuckt: Ja, da gibt’s so einige Steine, die einem Tag für Tag selbstständig in den Weg rollen. Die muss nicht mal jemand schmeißen.

Heute hat ein Nachbar da aber noch einen drauf gesetzt.* Während ich mit meiner Kamera über den Balkon husche, um meine Suppe aus dem besten Winkel zu erwischen, fängt er auf dem Balkon über mir aus heiterem Himmel an zu bohren. Zu bohren. Am Samstag. In der Mittagsruhe. Und was passiert? Der Staub rieselt zielgenau in mein Essen. Genau das Essen, das ich, so war zumindest der Plan, kurz darauf noch essen wollte.

Also landet ein ganzer Teller Suppe inklusive göttlichem Honig-Bacon im Müll. Und das bei meiner Nichts-wegwerfen-Philosophie. Heul!

Nichtsdestotrotz hat die Suppe mir später noch geschmeckt. Nur eben nicht diese. Und hier kommt das Rezept.

Rezept: Petersilien-Linsen-Suppe mit Honig-Bacon

Linsen-Petersilie-Suppe-2

  • Eine Dose Linsen
  • 550 g Wurzelpetersilie
  • Eine Zwiebel
  • Butter
  • 150 ml Weißwein
  • 750 ml Gemüsebrühe
  • 125 ml Sahne
  • Salz
  • Pfeffer
  • Muskatnuss
  • Kräutersalz
  • Ingwer, gerieben
  • Vier bis sechs Scheiben Bacon
  • Honig
  • Feldsalat zum Garnieren

Die Linsen abschütten, durchwaschen und abtropfen lassen. Dann circa 8 Minuten kochen. Das Wasser sollte sie dabei gerade eben bedecken. Dann abgießen, mit kaltem Wasser abschrecken und zur Seite stellen.

Die Wurzelpetersilie schälen und in circa einen Zentimeter dicke Scheiben schneiden. Die Zwiebel fein würfeln. Etwas Butter in einem großen Topf zerlassen und Zwiebeln und Wurzelpetersilie darin andünsten. Nach kurzer Zeit den Wein aufgießen und etwas zur Hälfte verkochen lassen. Die Gemüsebrühe aufgießen und die Sahne dazugeben. Die Suppe circa 20 Minuten im offenen Topf köcheln lassen.

In der Zwischenzeit ein paar Blätter Feldsalat waschen und trocken schütteln. Sie dienen später zum Garnieren.

Den Speck in etwas Butter von beiden Seiten abraten. Dann mit Honig beträufeln.

Die fertige Suppe pürieren und mit Salz, Pfeffer, Kräutersalz, Muskatnuss und etwas Ingwer abschmecken. Zuletzt die Linsen unterheben und servieren.

* Ich habe lange überlegt, ob ich die Geschichte ins Internet poste. Ich erlebe tagtäglich eine Menge Unsinn. Aber das war selbst mir in diesem Moment eine Spur zu skurril. Aber hey! Was soll’s?