Mit dem ersten Mainzer Street Food Festival haben die Veranstalter Till Riekenbrauk, Vincent Schmidt und Mathes Robel einen kleinen Festival-Missstand korrigiert. Große Portionen, die viel zu schnell den Magen füllen und dem Festival-Vergnügen ein schnelles Ende bereiten, sind passé. Denn der Gedanke, der in den sozialen Netzwerken schon längst gang und gäbe ist, erhält jetzt auch bei der Veranstaltungsreihe der drei Unternehmer Einzug: teilen erwünscht.

Ein heller Glockenton zeigt an, dass ein Teilungswilliger gerade seine Bestellung aufgibt. Wer jetzt schnell ist, profitiert nicht nur durch die kleine Portion, sondern auch, weil er Geld spart. Und das hebelt wiederum einen anderen Kritikpunkt aus, den die Veranstalter immer wieder hören. Das erzählt uns Till Riekenbrauk beim Bloggerrundgang in Mainz an Tag zwei des Festivals, kurz bevor die Besucher auf das Festivalgelände stürmen: „Besucher kritisieren oft, dass der Eintritt auf das Gelände Geld kostet und auch das Essen bezahlt werden muss. Aber die Standmiete, die wir von den Wagenbetreibern nehmen, ist gering. Und die Ausgaben sind nicht zu unterschätzen.“ Festangestellte Mitarbeiter haben die drei mittlerweile, und zumindest einer von ihnen kümmert sich längst nicht mehr neben seinem eigentlichen Beruf, sondern Vollzeit um die Street-Food-Festivals. Bei jedem Festival wollen dann das Gelände, der Strom, Sanitäter, die sanitären Einrichtungen, Helfer, die aufbauen und aufräumen, Ersatzzelte und und und bezahlt werden.

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Ob mit zehn Jahren Erfahrung in der Gastronomie und weiteren Jahren als Veranstaltungskaufmann oder als ausgebildeter Hotelfachmann und Fotograf: Die drei Veranstalter bringen unterschiedliche Qualifikationen mit, um die Großveranstaltungen zu stemmen, die mittlerweile drei- bis viermal im Monat in unterschiedlichen Städten stattfinden, darunter Köln und Düsseldorf. Mit der ersten Ausgabe im Oktober 2014 haben sie einen regelrechten Trend losgetreten, denn von der Markthalle Neun in Berlin abgesehen, gab es in Deutschland zuvor kein vergleichbares Konzept, erklärt Till Riekenbrauk.

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Die unterschiedlichen Gelände, in Mainz ist das das Open-air-Gelände „Planke Nord“, suchen die drei Veranstalter akribisch aus. Erst, wenn eine Location gefunden ist, die stimmt und auch in das Gesamtkonzept der Veranstaltungsreihe passt, wird geplant. Foodtruck-Besitzer werden gebucht, neue lokale Anbieter akquiriert. In Mainz waren so neben den beliebten und bekannten Anbietern aus ganz Deutschland unter anderem das Möhren Milieu (Mainz), der Main Course Foodtruck (Frankfurt) und Lizza (Frankfurt) neu dabei. Das schafft Abwechslung, vor allem, wenn man – wie ich – genau zwischen zwei Street-Food-Festivals wohnt.

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Serviert wurden auch in Mainz innovative Leckereien, die zwar schnell zubereitet, aber dennoch gesund sind. Denn das schließt sich keineswegs aus. Burger, Wraps, Tacos, Sandwiches, gefüllte Maismehltaschen – all das ist Street Food. Aber auch Muffins, Fruchtsäfte, Eis, Tartes und andere Süßspeisen. Eben alles, was in das Konzept „Leckeres von der Hand in den Mund“ passt. Das Angebot ist groß und deckt von der Vorspeise über das Hauptgericht bis zu Dessert und Kaffee alles ab. Perfekt, um ein paar schöne Stunden mit Freunden dort zu verbringen. Zwei Dinge sollte man aber unbedingt mitbringen: Neugier, um sich statt nur an die Klassiker auch mal an die libanesischen, mexikanischen oder vietnamesischen Köstlichkeiten zu trauen. Und ein wenig Geduld. Denn je später man anreist, desto länger sind die Schlangen vor dem Eingang und den Ständen. Bei dem Angebot nicht verwunderlich.

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Wer die Veranstaltung am Wochenende verpasst hat, der hat im September eine neue Chance. Am Samstag, 5. September, 12 bis 22 Uhr, und Sonntag, 6. September, 12 bis 20 Uhr, findet das nächste Street Food Festival auf der Planke Nord statt. Der Eintritt kostet 3 Euro.

Und weil Bilder mehr als 1000 Worte sagen, belohne ich euch jetzt noch mit vielen Eindrücken vom ersten Mainzer Street Food Festival.