Von meinen vielen Besuchen im Schwabenländle habe ich irgendwann einmal den Begriff „vespern“ mitgebracht. Die Vesper war ursprünglich eine Zwischenmahlzeit, mittlerweile bezeichnet der Begriff aber eine in der Regel kalte Hauptspeise, die meistens abends serviert wird. Zur Vesper gehört all das, was beim Abendbrot dabei ist, Brötchen, Käse, Wurst, Aufstrich, aber auch Salat und allerhand Gemüse. In gutbürgerlichen schwäbischen Wirtschaften wird die Vesper mittlerweile auch um warme Bestandteile ergänzt, etwa Würstchen oder ein Spiegelei.

Mit der Zeit habe ich den Begriff „Vesper“ entlehnt, und die Vesper, die ich seit geraumer Zeit kultiviere, ist der schwäbischen auch sehr ähnlich. Gerade an warmen Tagen kommt es vor, dass ich wenig Lust habe, mich lange in die Küche zu stellen. Dann gibt es ein frisches Brot, Käse und Aufstrich vom Markt, einen Bauernsalat und gebratenes Gemüse, zum Beispiel Auberginen.

Die werden erst in maximal 5 mm breite Scheiben geschnitten, auf ein Stück Küchenpapier gelegt und gesalzen. Zehn Minuten müssen sie so liegen, das entzieht ihnen die Bitterstoffe. Dann wäscht man sie ab und tupft sie trocken. Die Auberginen-Scheiben werden mit Knoblauch eingerieben, dann von beiden Seiten mit Öl eingerieben und von jeder Seite circa drei bis vier Minuten angebraten. Weiteres Öl für die Pfanne ist nicht nötig.

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